Termine
2010
Rückblick auf ein überaus erfolgreiches Arbeitsjahr
Mitgliederversammlung des Fördervereins Hospizbewegung
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz, Pfarrer Helmut Cordes, erstattete die Koordinatorin und Bildungsbeauftragte Ulrike Birkenheier einen eindrucksvollen Jahresbericht über die Hospizarbeit. Sprunghaft angestiegen ist die Zahl der Patientenbegleitungen gegenüber den Vorjahren. Von den 47 ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und -helfern wurden im häuslichen Bereich, in den Alteneinrichtungen St. Stephan und Marienstift in Andernach und Maria vom Siege in Plaidt sowie im St.-Nikolaus-Stiftshospital in Andernach 131 Patienten begleitet. In den Alteneinrichtungen fanden erstmalig 34 Begleitungen mit zusätzlicher Beratung durch die Palliativfachkraft Brigitte Protzmann statt.
Nach dem visualisierten Kassenbericht und eingehenden Erläuterungen durch den Schatzmeister Dr. Franz-Josef Heil und dem Kassenprüfbericht, vorgetragen von Margret Schmitz, ließ Vorsitzender Helmut Cordes noch einmal die Höhepunkte des abgelaufenen Vereinsjahres Revue passieren: die Vortragsveranstaltungen "So sorge ich vor" mit der Richterin Regina Rumpf und "Die Tage mit Leben füllen - Sedierung am Lebensende?" mit dem Trierer Palliativmediziner Dr. Franz-Josef Tentrup sowie die diesjährigen Andernacher Hospiztage im März 2010 mit Pater Dr. Anselm Grün und dem Andernacher Frauenchor "Cantabella".
Unter der Versammlungsleitung durch Dr. Thomas Gronau wurde dem alten Vorstand Entlastung erteilt und für die nächsten drei Jahre folgender Vorstand neu gewählt: Pfarrer Helmut Cordes als Vorsitzender, Dr. Thomas Dyong und Bernhard Ickenroth als stellvertretende Vorsitzende, Dr. Franz-Josef Heil als Schatzmeister, Hannelore Bermel als Geschäftsführerin und Dr. Peter Holly, Christa Ohrenschall und Helmut Möhn als Beisitzer. Pfarrer Günter Schmidt gehört als Vorsitzender der Sozialstation dem Vorstand als geborenes Mitglied an.
Die neu gewählten Vorstandsmitglieder des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz (v.l.n.r.): Helmut Möhn, Dr. Peter Holly, Christa Ohrenschall, Dr. Thomas Dyong, Hannelore Bermel, Helmut Cordes, Günter Schmidt und Dr. Franz-Josef Heil (nicht auf dem Bild: Bernhard Ickenroth).
Glanzvoller Höhepunkt der Andernacher Hospiztage am 19. und 20.3.2010
Großer Zuhörerandrang bei Pater Anselm Grüns Vortrag "Leben aus dem Tod"
Der Tod stellt eine Herausforderung dar, bewusst und intensiv zu leben. Das Denken an den Tod dient dem Leben. Der Tod rückt die Maßstäbe für das Leben zurecht. Nach diesem einleitenden Aspekt des Todes als Lebensverstärkung sprach Pater Grün den schwierigen Prozess des Loslassens an und zitierte C.G. Jung, der meinte, ab der Lebensmitte bleibe nur der lebendig, der bereit ist zu sterben.
Wer im Tod ein Ziel
sieht, der kann das Vergangene loslassen. Wer im Tod nur die Vernichtung
erkennt, der muss krampfhaft an seiner Jugend festhalten. Die Gedanken
seines Doktorvaters Karl Rahner nachvollziehend ging Anselm Grün auf
dessen Todestheologie ein. Der Tod ist nicht nur das Schreckliche, das
uns zustößt, sondern auch die Vollendung unseres Lebens. Auf das
angstmachende Gottesbild mit Fegefeuer und Hölle eingehend, führte
Anselm Grün wörtlich aus: "Wir müssen mit der Hölle rechnen, aber wir
dürfen hoffen, dass die Hölle leer ist."
Der mit großem Beifall bedachte Vortrag des Münsterschwarzacher
Benediktinerpaters, dem im übervollen Andernacher Dom mehrere hundert
Menschen lauschten, wurde in hervorragender Weise umrahmt von den
musikalischen Darbietungen "Von guten Mächten" und "Iphigenie in Tauris"
des Andernacher Frauenchors Cantabella. Nach dem beeindruckenden Vortrag von Pater Dr. Anselm Grün nutzten viele
Zuhörer die Gelegenheit, sich eines seiner Bücher vom Autor signieren zu
lassen (s. Foto links).
Anselm Grün wird 1945 in Junkershausen in der Rhön geboren. Nach dem Abitur 1964 in Würzburg beginnt er sein Noviziat bei den Benediktinern in Münsterschwarzach. Von 1965 bis 1974 studiert er Philosophie und Theologie in St. Ottilien und Rom. Nach diesem mit Promotion abgeschlossenen Studium studiert er zwei weitere Jahre Betriebswirtschaft in Nürnberg.
Seit 1976 ist er als Cellerar der wirtschaftliche Verwalter der Abtei Münsterschwarzach. Daneben leistet er ständige Kurs- und Vortragstätigkeit und ist Autor von rund 250 Werken. In seinen Büchern versucht er, die geistliche Tradition des Christentums - aus dem Mönchtum, aus der Liturgie und dem Kirchenjahr - für die Menschen von heute fruchtbar zu machen, indem er sie mit psychologischen Einsichten vergleicht und ihre heilende Wirkung beschreibt. Seit 1991 ist er geistlicher Begleiter im Recollectiohaus, einem Haus für Priester und Ordensleute in Krisensituationen. 2007 wird Pater Dr. Anselm Grün das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Zu Beginn der diesjährigen Andernacher Hospiztage stand in der Christuskirche ein "Raum der Stille" zur Verfügung, der von einer erfreulich großen Zahl von Besuchern frequentiert wurde. Auch der mehrfach ausgezeichnete Film "Die große Stille" über das Mutterkloster des Schweigeordens der Kartäuser stieß auf großes Zuschauerinteresse.
Und so konnte der Vorsitzende des Fördervereins Andernach-Pellenz, Pfarrer Helmut Cordes, abschließend feststellen, dass auch die Hospiztage 2010 wie schon in den Vorjahren wieder ein voller Erfolg waren.
2000 €-Spende des Lions-Clubs Laacher See 
an die Hospizbewegung Andernach-Pellenz
Aus dem Erlös des letztjährigen Benefizkonzertes im November in der Abteikirche Maria Laach überreichte die Präsidentin des Lions-Clubs Dr. Eva Bergheim-Geyer dem Vorsitzenden des Fördervereins Hospizbewegung Helmut Cordes den stolzen Betrag von 2000 Euro zur Unterstützung der Hospizarbeit in der Region Andernach-Pellenz.
Auf unserem Bild von links nach rechts: die stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins Hospizbewegung Bernhard Ickenroth und Dr. Thomas Dyong, die Vizepräsidenten des Lions-Clubs Beate Heinen und Dr. Hubert Kögler, Dr. Eva Bergheim-Geyer, Pfarrer Helmut Cordes sowie der Lions-Schatzmeister Hubert Breitbach.
Pressestimmen
Palliative Sedierung - Hilflosigkeit oder Lichtblick?
Hochinteressante Veranstaltung der Hospizbewegung mit Dr. Thomas Dyong
ANDERNACH, 17.11.2008. Auf unerwartet starkes Interesse stieß die Thematik der jüngsten Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, zu der der Förderverein Hospizbewegung Andernach/Pellenz in die Altenzentrum-St.-Stephan-Stiftung in Andernach eingeladen hatte. Und so konnte der Vorsitzende Pfarrer Helmut Cordes ein überaus großes Auditorium begrüßen. Der Referent, Oberarzt Dr. Thomas Dyong, ist als Internist und Pneumologe im Andernacher St.-Nikolaus-Stiftshospital tätig. Er ist ausgewiesener Fachmann für Palliativmedizin und engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand des Fördervereins Hospizbewegung.
Die palliative Sedierung ist eine therapeutische Option in der letzten Phase des Lebens, die darauf abzielt, Symptome, die den Patienten belasten, dadurch zu behandeln, dass das Bewusstsein des Patienten durch die Gabe von Medikamenten eingeschränkt wird. Somit wird erreicht, dass der Patient das ihn quälende Symptom nicht mehr als ein solches erlebt. Typische Symptome, die durch palliative Sedierung gut beeinflusst werden können, sind Luftnot, Angst, Unruhe und Schmerz.
Wichtige Voraussetzung für diese Therapieoption ist die Einwilligung des Patienten nach einem vorzeitigen informierenden Gespräch mit dem Patienten und den Angehörigen. Außerdem sollten vor Einleitung der palliativen Sedierung alle anderen palliativmedizinischen Konzepte - wie beispielsweise eine optimale Schmerztherapie - ausgeschöpft sein.
Die palliative Sedierung grenzt sich sehr deutlich von der aktiven Sterbehilfe ab. Ziel ist hier nicht der Tod des Patienten, sondern die Kontrolle eines für den Patienten nicht mehr zu ertragenden Symptoms. Durch Studien konnte belegt werden, dass der Einsatz von Medikamenten, die das Bewusstsein nehmen, in keiner Weise die Lebenszeit verkürzt.
Je nach Art des zum Einsatz kommenden Medikaments gelingt es, eine nur vorübergehende Sedierung - vorzugsweise in den Nachtstunden - zu erzielen. Damit kann erreicht werden, dass der Patient an gewissen Dingen des täglichen Lebens noch teilhaben und Kontakte pflegen kann. Dem gegenüber steht die dauerhafte Sedierung, die nicht mehr unterbrochen wird. Welche Form die richtige ist, hängt vom Symptom und insbesondere vom Wunsch des Patienten ab.
Den hochinteressanten Ausführungen des Referenten Dr. Thomas Dyong schloss sich eine sehr engagierte und teilweise von großer persönlicher Betroffenheit gekennzeichnete Frage- und Diskussionsrunde an.
Bis zuletzt das Leben bestimmen
Jubiläum von Hospizarbeit und Förderverein
ANDERNACH, Die Hospizarbeit unter dem Dach der Kirchlichen Sozialstation Andernach und der Förderverein Hospizbewegung Andernach/Pellenz können in diesem Jahr auf ihr zehnjähriges Bestehen zurückblicken.
Mitte 1997 gab es erste Überlegungen, in Andernach eine Christliche Hospizbewegung zu gründen und in den Kirchlichen Leistungsverbund Andernach zu integrieren. Die Kirchliche Sozialstation Andernach erklärte sich bereit, die Trägerschaft zu übernehmen, weil sie darin eine notwendige Ergänzung ihrer pflegerischen Tätigkeit in der ambulanten Alten- und Krankenpflege sah.
Unter der Leitung von Pfarrer Günter Schmidt, dem Vorsitzenden der Kirchlichen Sozialstation, wurde eine Konzeption erarbeitet, um möglichst schnell mit der Befähigung der freiwilligen Helferinnen und Helfer beginnen zu können. Mit der Einstellung des Diplomtheologen Holger Sturm gelang ein Glücksgriff. Er verstand es, eine qualifizierte Ausbildung zu realisieren und in den ersten beiden Jahren bereits eine gut strukturierte, arbeitsbereite Hospizgruppe mit mehr als dreißig ausgebildeten Helferinnen und Helfern zu formen.
Bereits im Jahre 1997 bildete sich der Förderverein Andernach/Pellenz, der die Hospizarbeit der Kirchlichen Sozialstation ideell und finanziell unterstützt und der seit seiner Gründung von Pfarrer Helmut Cordes geleitet wird. Ziel der Hospizarbeit ist es, sterbenskranke Menschen zu begleiten und ihnen die Hilfe zukommen zu lassen. die es ihnen ermöglicht, bis zuletzt selbstbestimmt am Leben teilhaben zu können. Im Mittelpunkt steht der Mensch, der auch in seiner letzten Phase Herr seines Lebens bleibt, und der respektvolle und ehrliche Umgang mit diesem Menschen. Die Hospizbewegung Andernach versteht Sterbebegleitung als Lebensbegleitung bis zuletzt.
Die von der Hospizbewegung angebotene Hilfe kann jeder Mensch in Andernach und in der Pellenz in Anspruch nehmen, unabhängig von Herkunft und Religion, und ist kostenfrei. Weitere Informationen sind zu erhalten bei der Ambulanten Hospizarbeit der Kirchlichen Sozialstation Andernach in der Theodor-Heuss-Straße 8-12 oder telefonisch unter 02632/ 254411. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Hospizarbeit in Andernach findet am Buß- und Bettag, 2. November, 19 Uhr in der Kapelle der Altenzentrum-Sankt-Stephan-Stiftung ein ökumenischer Dankgottesdienst mit dem katholischen Pfarrer Günter Schmidt, dem Vorsítzenden der Kirchlichen Sozialstation Andernach, und mit dem evangelischen Pfarrer Helmut Cordes, dem Vorsitzenden des Fördervereins Hospizbewegung Andernach/Pellenz statt.
-bec-
erschienen am 14.11.2007im Lokalanzeiger "Andernacher Kurier"
Verlag für Anzeigenblätter GmbH Medienhaus
Hinter der Jungenstr. 22
56218 Mülheim-Kärlich
Link zum Verlag
Fotoalbum
Der Vorstand des
Fördervereins
Hospizbewegung Andernach/Pellenz
im Jahre 2008

Helmut Cordes, Dr. Christel Heinemann, Hannelore Bermel, Dr. Franz-Josef
Heil und Helmut Möhn.

