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2009
"Leben im Angesicht des Todes
- Herausforderungen der letzten Lebensphase ?"
Diskussionsveranstaltung am 16. November 2009
Rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer zog der Trierer Palliativ-Mediziner Dr. Franz-Josef Tentrup bei der jüngsten Veranstaltung des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz in der Altenzentrum-Sankt-Stephan-Stiftung in seinen Bann, als er aus seiner jahrzehntelangen beruflichen Erfahrung in der Begleitung schwerstkranker Menschen berichtete.
Bild: Der Vorsitzende des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz Helmut Cordes (r.) und sein Stellvertreter Bernhard Ickenroth (l.) danken dem Trierer Palliativ-Mediziner Dr. Franz-Josef Tentrup für seinen beeindruckenden Vortrag über die besonderen Herausforderungen und den besonderen Wert der letzten Lebensphase
Als wichtige Betreuungsziele für die letzte Lebensphase nannte Tentrup die Beschwerdelinderung, die Symptomkontrolle, die Sicherung der Autonomie des Patienten und die Pflege der Kommunikation. Es gibt Symptome, die sich gut behandeln lassen, wie etwa Schmerzen, Atemnot, Erbrechen. Dann gibt es wieder andere Beschwerden, wie Appetitlosigkeit, Kräfteverfall und unerträgliche Angst und Unruhe, die kaum oder gar nicht zu therapieren sind. Die Erfahrungen der Palliativmedizin lassen die Beschwerdelinderung heute realisierbarer erscheinen als noch vor Jahren. Beschwerdelinderung erfordert allerdings eine hohe ärztliche und pflegerische Kompetenz. Zunehmende Schwäche vermehrt die Hilfsbedürftigkeit und erfordert einen erhöhten Betreuungsaufwand.
Dies kann für die Patienten zu einem Verlust an Autonomie führen. Die
Patienten werden den zeitlichen Vorgaben der Pflegeeinrichtung angepasst. Im häuslichen Milieu droht eine andere Art von Autonomieverlust - durch übermäßige Fürsorge. Kommunikation mit Schwerstkranken zu pflegen und aufrechtzuerhalten ist eine besondere Herausforderung, und die Suche nach einem positiven Gesprächsinhalt ist nicht leicht: Die Erinnerung an Vergangenes macht traurig, die Gegenwart
ist von Leid geprägt, die Zukunft bietet kaum eine Perspektive.
Dr. Tentrup sprach nicht nur die Härte, das Elend, das Leiden, die Hilfsbedürftigkeit und die Einsamkeit in der letzten Lebensphase an, sondern auch das Potential und die Chancen, die das Leben im Angesicht des Todes bietet. Sterben zeigt Grenzen auf, Sterben ist Abschied, Sterben bedeutet Bilanz, Sterben ist Befreiung, Sterben ist Erwartung. Das Bewusstsein, dass die verbleibende Zeit begrenzt ist, steigert die Qualität und die Intensität des Erlebens. Abschied lässt Nähe spüren.
In der Bilanz geht es weniger um Klagen als um Genugtuung darüber, wie man Schwierigkeiten des Lebens gemeistert hat. Freiheit von Abhängigkeit und Verpflichtungen ermöglichen neue Erkenntnisse. Die Hoffnung auf das, was uns nach dem Tod erwartet, überwiegt vielfach die Belastungen und Verzweiflung und verfestigt sich in vielen Fällen im Laufe des Sterbeprozesses bis hin zur Gewissheit.
In der dem beeindruckenden Vortrag von Dr. Franz-Josef Tentrup folgenden Aussprache wurden u.a. die Betreuungsschwerpunkte in einer Palliativstation und einer stationären Hospizeinrichtung aufgezeigt und
gegenübergestellt.
September 2009:
Richterin Regina Rumpf referierte zum Thema: "So sorge ich vor"
Was für die letzte Phase des Lebens alles bedacht sein muss
Bild: Der Vorsitzende des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz, Pfarrer Helmut Cordes, bedankte sich im Namen der rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörer bei der Referentin Regina Rumpf, Richterin am Amtsgericht Andernach, für ihren eindrucksvollen Vortrag
Auf großes Interesse stieß die jüngste Vortragsveranstaltung des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz. Vorsitzender Helmut Cordes konnte rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörer in der Altenzentrum-Sankt-Stephan-Stiftung begrüßen.
Die Referentin Regina Rumpf, Richterin am Amtsgericht Andernach, verstand es, die juristischen Aspekte der Vorsorge für die letzte Lebensphase in einer für alle verständlichen und nachvollziehbaren sprachlichen Darstellung zu vermitteln und somit in Vortrag und Diskussion das Auditorium mit voller Aufmerksamkeit und eigenen Beiträgen in die schwierige Thematik einzubinden.
Nach einer einleitenden Erläuterung zu den Inhalten eines Notfallordners (Hausarzt, Krankenkasse, Allergien, Vorerkrankungen, Organspenderausweis, Versicherungen, wichtige Adressen u.a.) und zu dessen ständiger Aktualisierung bildete die "Vorsorgevollmacht" einen ersten Schwerpunkt in den Ausführungen der Referentin. Eine solche Vollmacht, die nicht an Formvorschriften gebunden ist, muss freiwillig und ohne Zwang erstellt sein und sollte selbstverständlich mit dem "Vollmachtnehmer" vorher abgesprochen sein. Sinnvoll und hilfreich kann auch die Unterschrift eines Zeugen, z.B. des Hausarztes, sein. Auch diese Vollmacht sollte in regelmäßigen Abständen geprüft und mit dem Vermerk "Gilt auch heute noch" bestätigt werden. Die Referentin zeigte anschließend die Bestellung eines Betreuers durch das Gericht und die mit einer solchen Betreuungsverfügung oftmals auftretende Problematik auf.
Neben Fragen zu diesen Themenbereichen konzentrierte sich das Zuhörerinteresse im weiteren Verlauf der Veranstaltung auf das Thema "Patientenverfügung" und hier insbesondere auf die seit dem 1. September 2009 geltenden gesetzlichen Regelungen. Eine wichtige Aussage in diesem Zusammenhang: Alle Verfügungen, die vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes getroffen wurden, bleiben weiterhin wirksam! Im Mittelpunkt der sehr sachlich, aber auch sehr engagiert geführten Diskussion standen die Spannungsfelder "Lebenserhaltung versus Lebensverlängerung" sowie "Verlängerung des Lebens versus Verlängerung des Sterbeprozesses".
Pfarrer Helmut Cordes dankte unter dem Beifall des Auditoriums der Referentin für ihren überaus kompetenten Sachvortrag und ihre besondere Art, die oftmals schwierige Thematik auch juristischen Laien vermittelt zu haben.
September 2009: Racing Club unterstützt Hospizarbeit
Vorbildlich und nachahmenswert: Der Andernacher Gran Turismo Racing Club fördert in beispielhafter Weise durch finanzielle Leistungen soziale Einrichtungen. Im Mittelpunkt seiner jüngsten Zusammenkunft im Restaurant "Hubertus" stand die Spendenübergabe an den Förderverein Hospizbewegung Andernach-Pellenz. Auf unserem Bild überreichen Hubert Palm und Michael Stark einen namhaften Betrag an Ulrike Birkenheier, die Koordinatorin und Bildungsbeauftragte für die Hospizarbeit in Andernach:

Hospizbewegung Andernach-Pellenz mit äußerst positiver Bilanz
Rückschau auf erfolgreiches Arbeitsjahr - Palliativeinheit im Krankenhaus
Der Vorsitzende des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz, Pfarrer Helmut Cordes, zeigte zu Beginn der diesjährigen Mitgliederversammlung in der Altenzentrum-Sankt-Stephan-Stiftung noch einmal die Höhepunkte des abgelaufenen Arbeitsjahres auf: "Neue Handlungsfelder in der Pflege" mit Jürgen Birkenheier, "Palliative Sedierung - Hilflosigkeit oder Lichtblick?" mit Dr. Thomas Dyong, die Hospiztage mit der Ausstellung "Übergänge" der Künstlerinnen Anna Bulanda und Krystyna Nowakowska, der Lesung Anne Schneiders aus dem Tagebuch ihrer verstorbenen Tochter unter dem Titel "Ich will mein Leben tanzen" und dem Film "Schmetterling und Taucherglocke".
In einem beeindruckenden Bericht stellte anschließend die Koordinatorin und Bildungsbeauftragte Ulrike Birkenheier die Hospizarbeit des Jahres 2008 dar. Von den 42 ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und –helfern wurden 98 Patienten begleitet - im häuslichen Bereich in Andernach und der Pellenz, im St. Nikolaus-Stiftshospital in Andernach sowie in den Senioreneinrichtungen St. Stephan und Marienstift in Andernach und Maria vom Siege in Plaidt. Interessant war der Vergleich der Anzahl der Begleitungen durch den ambulanten Hospizdienst in unserer Region und im bundesdeutschen Durchschnitt. Während nach einer Studie der Deutschen Hospizstiftung in Deutschland insgesamt nur 6,2 % Begleitungen zu verzeichnen waren, betrug die Vergleichszahl für Andernach und die Pellenz 12,0 %, also fast das Doppelte.
Bild: Der Vorsitzende des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz Pfarrer Helmut Cordes bedankte sich bei der Koordinatorin und Bildungs-beauftragten Ulrike Birkenheier für ihren eindrucksvollen Bericht über die Hospizarbeit des Jahres 2008.
Der Kassenbericht des Schatzmeisters Dr. Franz Josef Heil wies ein solides finanzielles Fundament für die unerlässlich notwendige Unterstützung der Hospizarbeit in Andernach und der Pellenz auf. Dr.
Heil konnte sich namentlich bei einigen Großspendern bedanken und erwähnte mit einem besonderen Lob die Kondolenz- und Gratulationskartenaktion von Helga Hörnig und Margret Nolte.
Auf besonderes Interesse stieß der stellvertretende Vorsitzende Dr. Thomas Dyong mit der Ankündigung, dass in Kürze im Andernacher Stiftshospital eine Palliativeinheit eingerichtet wird - hoffentlich als ein erster Schritt zu einer späteren Palliativstation.
Vorsitzender Helmut Cordes wies abschließend auf die weitere Veranstaltungsplanung hin: Am 28. September 2009 spricht Richterin Regina Rumpf zum Thema "So sorge ich vor", am 16. November 2009 folgt der Vortrag "Die Tage mit Leben füllen - Sedierung am Lebensende?" mit Dr. Franz-Josef Tentrup aus Trier, und am 29. März 2010 wird im Rahmen der nächsten Hospiztage Pater Dr. Anselm Grün Gast der Hospizbewegung Andernach-Pellenz sein.
Hospiztage 2009 mit sehr gutem Zuspruch
Hospizbewegung zieht positive Bilanz - 2010 kommt Anselm Grün
Die schon zur Tradition gewordenen Andernacher Hospiztage im März jeden Jahres erfuhren auch dieses Mal wieder einen sehr guten Zuspruch seitens der Andernacher Bevölkerung und vieler Gäste von außerhalb.
Der Vorsitzende des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz, Pfarrer Helmut Cordes (Bild links), dankte zum Abschluss der diesjährigen Veranstaltungen allen, die zum Gelingen der zweiwöchigen Hospiztage 2009 beigetragen haben.
Die Ausstellung "Übergänge" der polnischen Künstlerinnen Anna Bulanda-Pantalacci und Krystyna Nowakowska im Historischen Rathaus Andernach bildete den Rahmen des diesjährigen Veranstaltungsangebots und wies eine erfreulich hohe Besucherzahl auf.
Besonderen Zuspruch fand der beeindruckende Abend mit Anne Schneider, der Ehefrau des Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Nikolaus Schneider, die aus dem Buch "Ich will mein Leben tanzen" ihrer vor vier Jahren an Leukämie verstorbenen Tochter las.
Bild rechts: Anne Schneider bei ihrer Lesung in Andernach
Auch der Film "Schmetterling und Taucherglocke" stieß auf großes Interesse. Der frühere "Elle"-Chefredakteur Jean-Dominique Bauby, der im Alter von 42 Jahren durch einen Schlaganfall aus seinem gewohnten Leben gerissen wurde, diktierte unter besonderen Erschwernissen seine Memoiren und ließ dabei Gedankenwelten entstehen, die ihn zu der Erkenntnis führten: Glück bedeutet zu realisieren, dass man liebt und geliebt wird.
Pfarrer Helmut Cordes hielt nicht nur Rückschau, sondern kündigte bereits für den 29. März 2010 als besonderes Highlight der nächsten Andernacher Hospiztage einen Vortrag des weit über Deutschland hinaus bekannten und renommierten Autors Anselm Grün an.
2008
Pressetext 03.09.2008
Langzeitarbeitslose als Pflegeassistenten?
Engagierte und kontroverse Diskussion bei Vortragsveranstaltung des Fördervereins Hospizbewegung Andernach/Pellenz
Bild: Jürgen Birkenheier, Lehrer für Gesundheitsfachberufe
und Leiter der Aus-, Fort- und Weiterbildung am St. Nikolaus-Stiftshospital in Andernach
Auf großes Interesse stieß die erste Vortragsveranstaltung des Fördervereins Hospizbewegung Andernach/Pellenz nach der Sommerpause. Der Vorsitzende des Fördervereins, Pfarrer Helmut Cordes, konnte mehr als 50 Zuhörer zu der Thematik "Neue Handlungsfelder in der Pflege" begrüßen. Referent war Jürgen Birkenheier, Lehrer für Gesundheitsfachberufe und Leiter der Aus-, Fort- und Weiterbildung am St. Nikolaus-Stiftshospital in Andernach.
Nach einer Gegenüberstellung von Laienpflege und beruflicher Pflege und einer Rückschau auf die Entwicklung der Krankenpflegeausbildung zeigte Birkenheier das aktuelle Angebot der Pflegestudiengänge an den Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland und Europa auf und
sprach sehr kritisch das Image der Pflege in Deutschland an. Während die Allensbacher Berufsprestige-Skala die Krankenschwester unmittelbar hinter dem Arzt an hervorragender zweiter Position einordnet, wird ihr Beruf in einer anderen Studie sehr negativ eingeschätzt. Gründe: hohe Arbeitsbelastung, Führungsstil, hoher Konflikt zwischen Arbeit und Privatleben, Unzufriedenheit mit der Qualität der eigenen Pflegearbeit.
Von den 2,13 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden derzeit 980 000 zu Hause durch Angehörige, 472 000 zu Hause durch Pflegedienste und 677 000 in Heimen betreut.Das familiale Pflegepotential hat starke negative Veränderungen durch eine Veränderung der Familienstruktur und eine Singularisierung der Haushalte erfahren.
Besondere Brisanz in den Vortrag Jürgen Birkenheiers und die sich anschließende Diskussion brachte die Mitte August in den Medien veröffentlichte Meldung, dass die Bundesagentur für Arbeit mehrere Tausend Langzeitarbeitslose in Pflegeeinrichtungen zur Betreuung Demenzkranker einsetzen will. Die Bandbreite der Meinungen reichte von vorsichtiger und relativierender Zustimmung etwa des Präsidenten des Caritasverbandes Neher bis zu der Aussage des FDP-Generalsekretärs Niebel, der dieses Vorhaben als "arbeitsmarktpolitische Scharlatanerie" abtat. Auch das Auditorium im Altenzentrum St. Stephan diskutierte in diesem Spannungsfeld die Problematik engagiert und kontrovers.
Pressetext 22.05.2008
Hospizbewegung Andernach/Pellenz in stetiger Aufwärtsentwicklung
Auch im zehnten Jahr des Bestehens äußerst positive Bilanz
Bild: Die Koordinatorin und Bildungsbeauftragte Ulrike Birkenheier
bei ihrem beeindruckenden Bericht über die Hospizarbeit des vergangenen Jahres
Der Förderverein Hospizbewegung Andernach/Pellenz konnte anlässlich seiner diesjährigen Mitgliederversammlung in der Altenzentrum-Sankt-Stephan-Stiftung wiederum auf ein sehr erfolgreiches Arbeitsjahr zurückschauen.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Pfarrer Helmut Cordes, zeigte die Koordinatorin und Bildungsbeauftragte Ulrike Birkenheier in einem beeindruckenden Bericht die Schwerpunkte der Hospizarbeit im Jahre 2007 auf. Deutlich gestiegen im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der
Patientenbegleitungen. Insgesamt 113 Patienten wurden im häuslichen Bereich sowie im Stiftshospital St. Nikolaus und in den Senioreneinrichtungen St. Stephan und Marienstift in Andernach und Maria vom Siege in Plaidt von 43 ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und -helfern begleitet. Diese wurde in fünf Gruppen regelmäßig durch Supervision und Fachberatung in ihrer Arbeit unterstützt. In einem erfolgreich
abgeschlossenen Befähigungskurs konnten neun neue Helferinnen und Helfer ausgebildet werden. Sehr interessant und aufschlussreich war die Auswertung einer Gruppenarbeit aller Hospizhelfer zur Standortbestimmung nach zehn Jahren Hospizarbeit, die Ulrike Birkenheier zum Abschluss ihrer Ausführungen vortrug.
Der Kassenbericht des Schatzmeisters Dr. Franz-Josef Heil wies wie in den Vorjahren wiederum eine solide Grundlage für die umfangreiche finanzielle Unterstützung, die der Förderverein Hospizbewegung leistet, auf.
Nach der Erledigung der Regularien zeigte Pfarrer Helmut Cordes die weitere Veranstaltungsplanung für das zweite Halbjahr auf. Neben den Feierlichkeiten zum 30jährigen Bestehen der Kirchlichen Sozialstation in der letzten September- und ersten Oktoberwoche findet am 1. September der Vortrag "Neue Handlungsfelder in der Pflege" von Jürgen Birkenheier statt. Am 17. November spricht Dr. Thomas Dyong zum Thema "Palliative Sedierung - Hilflosigkeit oder Lichtblick?"
2007
Palliative Sedierung - Hilflosigkeit oder Lichtblick?
Hochinteressante Veranstaltung der Hospizbewegung mit Dr. Thomas Dyong
ANDERNACH, 17.11.2008. Auf unerwartet starkes Interesse stieß die Thematik der jüngsten Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, zu der der Förderverein Hospizbewegung Andernach/Pellenz in die Altenzentrum-St.-Stephan-Stiftung in Andernach eingeladen hatte. Und so konnte der Vorsitzende Pfarrer Helmut Cordes ein überaus großes Auditorium begrüßen. Der Referent, Oberarzt Dr. Thomas Dyong, ist als Internist und Pneumologe im Andernacher St.-Nikolaus-Stiftshospital tätig. Er ist ausgewiesener Fachmann für Palliativmedizin und engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand des Fördervereins Hospizbewegung.
Die palliative Sedierung ist eine therapeutische Option in der letzten Phase des Lebens, die darauf abzielt, Symptome, die den Patienten belasten, dadurch zu behandeln, dass das Bewusstsein des Patienten durch die Gabe von Medikamenten eingeschränkt wird. Somit wird erreicht, dass der Patient das ihn quälende Symptom nicht mehr als ein solches erlebt. Typische Symptome, die durch palliative Sedierung gut beeinflusst werden können, sind Luftnot, Angst, Unruhe und Schmerz.
Wichtige Voraussetzung für diese Therapieoption ist die Einwilligung des Patienten nach einem vorzeitigen informierenden Gespräch mit dem Patienten und den Angehörigen. Außerdem sollten vor Einleitung der palliativen Sedierung alle anderen palliativmedizinischen Konzepte - wie beispielsweise eine optimale Schmerztherapie - ausgeschöpft sein.
Die palliative Sedierung grenzt sich sehr deutlich von der aktiven Sterbehilfe ab. Ziel ist hier nicht der Tod des Patienten, sondern die Kontrolle eines für den Patienten nicht mehr zu ertragenden Symptoms. Durch Studien konnte belegt werden, dass der Einsatz von Medikamenten, die das Bewusstsein nehmen, in keiner Weise die Lebenszeit verkürzt.
Je nach Art des zum Einsatz kommenden Medikaments gelingt es, eine nur vorübergehende Sedierung - vorzugsweise in den Nachtstunden - zu erzielen. Damit kann erreicht werden, dass der Patient an gewissen Dingen des täglichen Lebens noch teilhaben und Kontakte pflegen kann. Dem gegenüber steht die dauerhafte Sedierung, die nicht mehr unterbrochen wird. Welche Form die richtige ist, hängt vom Symptom und insbesondere vom Wunsch des Patienten ab.
Den hochinteressanten Ausführungen des Referenten Dr. Thomas Dyong schloss sich eine sehr engagierte und teilweise von großer persönlicher Betroffenheit gekennzeichnete Frage- und Diskussionsrunde an.
Bis zuletzt das Leben bestimmen
Jubiläum von Hospizarbeit und Förderverein
ANDERNACH, Die Hospizarbeit unter dem Dach der Kirchlichen Sozialstation Andernach und der Förderverein Hospizbewegung Andernach/Pellenz können in diesem Jahr auf ihr zehnjähriges Bestehen zurückblicken.
Mitte 1997 gab es erste Überlegungen, in Andernach eine Christliche Hospizbewegung zu gründen und in den Kirchlichen Leistungsverbund Andernach zu integrieren. Die Kirchliche Sozialstation Andernach erklärte sich bereit, die Trägerschaft zu übernehmen, weil sie darin eine notwendige Ergänzung ihrer pflegerischen Tätigkeit in der ambulanten Alten- und Krankenpflege sah.
Unter der Leitung von Pfarrer Günter Schmidt, dem Vorsitzenden der Kirchlichen Sozialstation, wurde eine Konzeption erarbeitet, um möglichst schnell mit der Befähigung der freiwilligen Helferinnen und Helfer beginnen zu können. Mit der Einstellung des Diplomtheologen Holger Sturm gelang ein Glücksgriff. Er verstand es, eine qualifizierte Ausbildung zu realisieren und in den ersten beiden Jahren bereits eine gut strukturierte, arbeitsbereite Hospizgruppe mit mehr als dreißig ausgebildeten Helferinnen und Helfern zu formen.
Bereits im Jahre 1997 bildete sich der Förderverein Andernach/Pellenz, der die Hospizarbeit der Kirchlichen Sozialstation ideell und finanziell unterstützt und der seit seiner Gründung von Pfarrer Helmut Cordes geleitet wird. Ziel der Hospizarbeit ist es, sterbenskranke Menschen zu begleiten und ihnen die Hilfe zukommen zu lassen. die es ihnen ermöglicht, bis zuletzt selbstbestimmt am Leben teilhaben zu können. Im Mittelpunkt steht der Mensch, der auch in seiner letzten Phase Herr seines Lebens bleibt, und der respektvolle und ehrliche Umgang mit diesem Menschen. Die Hospizbewegung Andernach versteht Sterbebegleitung als Lebensbegleitung bis zuletzt.
Die von der Hospizbewegung angebotene Hilfe kann jeder Mensch in Andernach und in der Pellenz in Anspruch nehmen, unabhängig von Herkunft und Religion, und ist kostenfrei. Weitere Informationen sind zu erhalten bei der Ambulanten Hospizarbeit der Kirchlichen Sozialstation Andernach in der Theodor-Heuss-Straße 8-12 oder telefonisch unter 02632/ 254411. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Hospizarbeit in Andernach findet am Buß- und Bettag, 2. November, 19 Uhr in der Kapelle der Altenzentrum-Sankt-Stephan-Stiftung ein ökumenischer Dankgottesdienst mit dem katholischen Pfarrer Günter Schmidt, dem Vorsítzenden der Kirchlichen Sozialstation Andernach, und mit dem evangelischen Pfarrer Helmut Cordes, dem Vorsitzenden des Fördervereins Hospizbewegung Andernach/Pellenz statt.
-bec-
erschienen am 14.11.2007
im Lokalanzeiger "Andernacher Kurier"
Verlag für Anzeigenblätter GmbH Medienhaus
Hinter der Jungenstr. 22
56218 Mülheim-Kärlich
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