Wie finde ich zur Hospizbewegung Andernach/Pellenz?

Sozialzeit

An die Einteilung unserer Zeit in Arbeitszeit und Freizeit haben wir uns gewöhnt. Durch die Auflösung der Großfamilien und die damit immer weiter um sich greifende Vereinsamung insbesondere alter Menschen wird eine neue Aufteilung der persönlichen Zeit in Arbeitszeit, Freizeit und "Sozialzeit" immer dringender.

Der Begriff "Sozialzeit" wurde vom Rat der Evangelischen Kirchen in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz geprägt. "Sozialzeit" heißt: "Zeit haben für andere Menschen, ihnen einen Teil seiner Lebenszeit zu schenken", ohne dafür finanziell entlohnt zu werden oder andere Vorteile zu erhalten. Dennoch ist das "Opfer" an persönlicher Zeit nicht umsonst: jeder, der sich einmal ernsthaft in sozialer Verantwortung engagiert hat, macht die Erfahrung, dass der Dienst am Nächsten aus wechselseitigem Geben und Nehmen besteht.

Die Hinwendung zum hilfsbedürftigen Menschen unterstützt persönliches Wachstum, lehrt Sensibilität, schafft soziale Kompetenzen und hilft im intergenerativen Dialog die Grundlagen einer solidarischen Gesellschaft zu festigen. Sie kann - im positiven Sinn - prägend für das weitere eigene Leben sein. Dazu zählt auch die ehrenamtliche Sterbebegleitung, sie ist eine Erfahrung, die für das eigene Leben – im positiven Sinn – prägend sein kann. Sie führt, wie selbstverständlich, zu einem neuen Umgang mit Sterben und Tod.

Wer Interesse an diesem Engagement hat, sei es, weil er diese Aufgabe in der eigenen Familie auf sich zukommen sieht, oder weil er eine Verpflichtung für alte, kranke und gebrechliche Menschen spürt, der kann sich wenden an:
Ulrike Birkenheier (Tel.: 0 26 32 - 25 44 11 oder E-Mail: u.birkenheier@hospiz-andernach-pellenz.de) oder an die "Kirchliche Sozialstation" (Tel.: 02632- 25 44-11, bzw. 02632-25 44-0) oder an den "Förderverein Hospizbewegung Andernach/Pellenz e.V." (Tel.: 02632-30 00 28). Besser noch ist es, das Gespräch mit einer Kontaktperson der o.a. Einrichtungen zu suchen, die gerne und umfassend auf persönliche Fragen Antwort geben.

Wer sich nicht in der Lage sieht, Menschen in den oft schwersten Tagen und Wochen ihres Lebens zu begleiten, der kann in der Organisation wichtige Hilfe leisten oder als förderndes Mitglied finanziell unterstützen.

zum Seitenanfang 

 

Ausbildung zur freiwilligen Helferin / Helfer

in der Hospizarbeit in Andernach/Pellenz

Termine der Ausbildung entnehmen Sie bitte der Rubrik "Aktuelles"

Kurs

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer werden befähigt, Schwerstkranke und Sterbende sowie ihre Angehörigen zu begleiten. In Gruppen bis zu 12 Personen klären sie ihren Standort in Bezug auf Leid, Sterben und Tod. Ihr Lebensweg und ihre Glaubensüberzeugung bringen sie miteinander ins Gespräch.

Das Ziel dieses Befähigungskurses ist die Klärung der persönlichen Motivation sowie eigener Ressourcen und Grenzen. Daneben werden Grundfragen der Hospizarbeit in Andernach und der VG Pellenz behandelt. Ergänzend zum Wochenendseminar wird eine Begleitlektüre empfohlen (s. u.).

Erwartet wird eine regelmäßige Teilnahme und ein aktives Mitwirken im Gruppenprozess, u. a. die Bereitschaft, in einer Gruppe zu lernen und sich gegenseitig auszutauschen.

Nach diesem Seminar findet ein Gespräch mit den Kursteilnehmern statt, das zu einer Entscheidung über die zukünftige Mitarbeit führt.

 

Praxisphase


Wer patientennah begleiten möchte, absolviert eine zwei- bis dreimonatige Praxisphase (30 Stunden) in einer Einrichtung in Andernach: St. Nikolaus Stiftshospital, Alten- und Pflegeheim Marienstift, Altenzentrum St. Stephan oder im Altenheim Maria vom Siege, Plaidt.

 

Fachliche Bildung

In sieben thematischen Veranstaltungen, zu jeweils 2 Stunden und vier Einheiten zu jeweils 8 Stunden vertiefen die Teilnehmer des Befähigungskurses und der Praxisphase ihre Kenntnisse. Unterschiedliche Referenten (Ärzte, Pflegekräfte und Seelsorger) berichten aus fachlicher Sicht über ihre Erfahrungen mit schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen.

Zwei Tagesveranstaltungen beschäftigt sich mit Krankheiten und ihrem Verlauf bis zum Tod sowie mit Palliativmedizin und der Pflege Schwerstkranker. In zwei weiteren Tagesveranstaltungen können die Teilnehmer anhand von praktischen Übungen und theoretischen Informationen ihre kommunikative Kompetenz im Umgang mit Schwerstkranken und Sterbenden sowie ihren Angehörigen verbessern.

Des weiteren finden Abende zu den Themen Sozialrecht, Trauerbegleitung, Seelsorge und Bestattungswesen sowie Organisation und Dokumentation der Hospizarbeit statt.
In allen Veranstaltungen können sie sich mit ihren Fragen einbringen.

 

Einsatz

Wer sich nach dieser Befähigung und einem abschließenden Gespräch zur Begleitung Schwerstkranker und Sterbender entschließt, wird zu Einsätzen bei Patienten zu Hause, in Einrichtungen des Kirchlichen Sozialverbundes Andernach oder im Altenheim Maria vom Siege eingeplant. Dies geschieht in Absprache mit der Einsatzleitung der Hospizarbeit.

Wer nicht unmittelbar Sterbende begleiten möchte, kann patientenfern eingesetzt werden (z.B. Öffentlichkeitsarbeit).

Wer aktiv begleitet, nimmt an einer regelmäßigen Supervision teil. Ergänzend dazu gibt es Fortbildungsangebote.

Als zeitliches Limit für die Begleitung sind max. 4 Stunden/ Woche geplant und für begleitende Veranstaltungen ebenfalls max. 4 Stunden/Woche, die aber erfahrungsgemäß nicht jede Woche anfallen.

 

Begleitbuch

Albrecht,Elisabeth / Orth,Christel / Schmidt,Heida:
Hospizpraxis. Ein Leitfaden für Menschen, die Sterbenden helfen wollen.
Freiburg: Herder, 1995, ISBN 3-451-04399-8

zum Seitenanfang zurück