Geschichte der Hospizbewegung
Das lateinische Wort hospitium bedeutet Herberge und Gastfreundschaft.
In vergangenen Jahrhunderten waren Hospize Häuser und Stiftungen insbesondere an den großen Wallfahrtsstraßen, die Pilgern als Herberge dienten. Kranke Menschen fanden dort Aufnahme und Pflege. In unserer Zeit sind Hospize genau das, was gerade beschrieben worden ist: gastfreundliche Herberge, Hilfe und Schutz für Schwerstkranke auf der letzten Etappe ihres Lebensweges.
Die Hospizbewegung unserer Tage erhielt ihre Impulse vor allem aus England, Als Pionierin gilt die Krankenschwester, Ärztin und Sozialarbeiterin Dr. Cicely Saunders. Ihr ganzheitlicher Ansatz, der Schmerz- und Symptomkontrolle, lindernde Pflege und psychosoziale sowie spirituelle Begleitung erstmals verbindet, gilt als Grundstein der Palliativmedizin. 1967 eröffnet sie das St. Christopher's Hospiz in London, ein Modell für eine weltweite Hospizbewegung.
Im Jahre 1971 bewegt ein Film über dieses Hospiz ganz Deutschland. Er löst eine Betroffenheit über die Not des heutigen Sterbens aus. Aus der Erkenntnis, dass auch in Deutschland zu häufig unmenschlich gestorben wird, entsteht eine Bürger- und Selbsthilfebewegung. Der Gedanke der Aktiven Sterbehilfe (Euthanasie) wird hierbei ausdrücklich abgelehnt Die Hospizbewegung sieht sich als Gegenbewegung zu immer wieder aufkommenden Tendenzen in diese Richtung.
Die Hospizidee führt in den 90er Jahren zu einem wahren Gründungsboom von Initiativen in Deutschland. Die erste Palliativstation eröffnet 1983 in Köln. 1986 werden Dachverbände gegründet. Mittlerweile kann von einem flächendeckenden Netz ambulanter und stationärer Hospize sowie Palliativstationen in Deutschland gesprochen werden. 16 Landesarbeitsgemeinschaften, vier Dachorganisationen und die Bundesarbeitsgemeinschaft bilden den organisatorischen Zusammenschluss aller Hospizinitiativen, Mit der Gesetzgebung der Förderung der stationären und ambulanten Hospizarbeit durch die Krankenkassen (§ 39a Sozialgesetzbuch V) tritt die Hospizbewegung nun in die Phase der Professionalisierung und der Qualitätsentwicklung ein.
Die Psychotherapeutin Elisabeth Kübler-Ross gilt ebenfalls als Pionierin, da sie durch ihre Interviews mit Sterbenden einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der emotionalen Situation Sterbender und ihrer Angehörigen im Rahmen des Sterbeprozesses geliefert hat.
Die 10 Grundprinzipien der Hospizidee
Der Patient und seine Angehörigen werden als gemeinsame Adressaten der Fürsorge durch den Dienst betrachtet.
Der Patient ist selbstbestimmt. Hilfe wird in dem Maße gewährt, wie sie erforderlich ist.
Fürsorge durch ein interdiziplinäres Team (insbesondere: Pflegepersonal, Arzt, Sozialarbeiter, Seelsorger, Psychologe).
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Gründliche Kenntnisse und Erfahrungen in der Symptomkontrolle (insbesondere der Schmerzbekämpfung) - unter Berücksichtigung der körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimension der Symptome.
Die Hospizarbeit zielt vor allem auf lindernde Pflege und Fürsorge, nicht auf lebensverlängernde Therapie. Die lebensbejahende Grundidee schließt aktive Sterbehilfe aus.
Rund um die Uhr erreichbarer, abrufbarer Dienst (24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche).
Freiwillige Helfer als integraler Bestandtiel des Dienstes.
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Kooperation mit bereits bestehenden Diensten (Kliniken, ambulanten Pflegediensten, etc.).
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"Sterben zu Hause" zu ermöglichen ist die vorrangige Zielperspektive der Hospizarbeit.
- Nachgehende Betreuung der Hinterbliebenen.

